Illustrator werden – Illustration studieren

Posted by on Jul 17, 2013 in Blog, Hamburg, Illustration, Illustrator

“Kann man davon leben?” Diese Frage bekommt man immer noch dann und wann zu hören. Und dass Illustratoren häufig nicht besonders gut, oder vielleicht sollte man besser sagen besonders regelmäßig verdienen ist tatsächlich oftmals kein Gerücht. Nichtsdestotrotz ist das Studium der Illustration heiß begehrt. Bei den Aufnahmeprüfungen ist der Andrang ungebrochen groß, und so gibt es stets mehr Bewerber als freie Studienplätze. Ein Verhältnis von 10 zu 1 ist hier keine Seltenheit. Aber einen Versuch ist es allemal wert! Doch wo anfangen, wo informieren, wo bewerben? Was erwartet den Illustratoren-Anwärter? Nicht in jedem Fall ist nur dort Illustration drin, wo Illustration drauf steht. Auch Kommunikations-Design oder Visuelle Kommunikation bieten die Möglichkeit, das illustrative Handwerk zu erlernen und zu schulen.

Illustration in Hamburg

Deutschlandweit ist die Hochschule für angewandte Wissenschaften, die HAW in Hamburg, die einzige staatliche Hochschule, die Illustration als eigenen Studiengang – von Bachelor bis Master – anbietet. Vier feste Professoren und wechselnde Lehrbeauftragte betreuen die Illustratoren in Ausbildung. Sie ist rein staatlich und bietet daher den Studierenden uneingeschränkt die Möglichkeit der BAföG Förderung. Entsprechend groß ist die Bewerberzahl. Mit der Bildkunst Akademie , der Akademie Leonardo und der htk besitzt Hamburg darüber hinaus drei private Schulen, an denen Illustratoren ausgebildet werden. Wer die Studiengebühren aufbringt, kann auch hier eine fundierte Ausbildung erhalten. Es gibt aber auch die Möglichkeit BAföG zu beziehen. (Darüber hinaus bieten auch einige Stiftungen Stipendienprogramme an.)

Illustrator/Illustratorin in Berlin

Wem es in Hamburg zu windig und zu nass ist, der findet noch einige Alternativen. In Berlin kann man Illustration an der AID studieren, an der btk, oder auch, weniger angewandt, an der UDK Berlin. Auch Münster, weiter im Westen,  darf in dieser Aufzählung nicht fehlen. Der Studierende im Fachbereich Design kann seinen Schwerpunkt auf die Illustration legen. Von hier aus ist es auch nicht mehr weit bis in die Niederlande.

Illustratoren überall

Wer vor den Ländergrenzen nicht halt macht, dem sei die AKV St Joost in den Niederlanden empfohlen. Im Probejahr schnuppert man hier in die verschiedenen Fachrichtungen hinein (und kann sich außerdem mit dem Niederländischen, der Unterrichtssprache, vertraut machen). Wer sich dann für die Illustration entscheidet, kann sich drei weitere Jahre kreativ austoben.
Wer hingegen eine Schwäche für Käse und Schokolade hat, möchte vielleicht lieber in die Schweiz. In Luzern kann man ebenfalls Illustration (mit Bachelor-Abschluss) studieren. Für alle der aufgeführten Schulen gilt, dass es sich unbedingt lohnt auf den Jahresausstellungen vorbei zu schauen. Hier kann man einen guten Eindruck gewinnen und den Studenten einige Löcher in den Bauch fragen. Auch gibt es überall Mappenberatungstermine, die man in Anspruch nehmen sollte, möchte man die Chancen erhöhen, letztlich einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Als allererste Anlaufstelle sei allen Anwärtern zuletzt noch precore empfohlen. Dort findet man hilfreiche Tipps zu Schulen und was von wem und wie dort gelehrt wird. Auch erste Tipps für die Mappe kann man hier erhalten.

Die Vertretung der Illustratoren in Deutschland

Wer einen ersten Einblick in den Berufsalltag sucht, dem empfehle ich zudem die Webseite der Illustratoren Organisation, der Interessenvertretung der Illustratoren in Deutschland. Hier finden sich, speziell für Berufsstarter, erste Infos, beispielsweise zu den Themen Der eigene Preis, Nutzungsrecht oder Vergütung. Spätestens zum Berufseinstieg ist die Mitgliedschaft in der I.O. unbedingt zu empfehlen. Hier findet man gebündelt Informationen und einen überaus wertvollen Austausch im Forum. Ob es die anwaltliche Beratung, der Rechtsschutz, eine Vergütungsempfehlung oder ein Job ist, den man durch das IO-Portfolio erhält, ein einziger hierdurch genutzter Vorteil (bzw. vermiedener Fehler) reicht oft schon aus, dass sich diese Investition mehr als lohnt. Seit mittlerweile 2 Jahren freue ich mich, hier selbst von dem Informationsfundus zu profitieren. Denn die eingangs erwähnten finanziellen Schwierigkeiten sind alles andere als eine zwangsläufige Begleiterscheinung des Berufes als Illustrator. Wer beharrlich ist und sich nicht weigert, sich das unternehmerische Hintergrundwissen und -denken zu erarbeiten, schafft die Grundlage dafür hiervon leben können… Illustratoren Organisation e.V.